Aufbau und Stil des Buches (Laura Buchholz)

Das Buch besteht aus zwei Hauptteilen, einem Intermezzo und einem Epilog. Im ersten Teil wird die Geschichte von Mick erzählt; im zweiten Teil die Geschichte von Gabriel. Die Zwei teilen sind vom Aufbau her unterschiedlich. Micks Geschichte besteht aus zwei Teilen: erst die Jahren 1985-1994 und danach die Jahren 1996-2000. Seine Geschichte wird in der dritten Person erzählt, Gabriels aber in der ich-Form als innerer Monolog, wechselnd aus dem Sichtpunkt von Gabriel und seiner Frau Fleur. Diese Hauptteile werden durch einen kurzen Einblick in das Leben ihres Vaters, Idris, zusammengebunden. Am Ende steht der Epilog, wo dem Leser erzählt wird, wie es den Protagonisten im Jahr 2017 geht.

Vom Stil her ist das Buch gewissermaßen anspruchsvoll, aber nicht zu. Der Text ist fließend, humorvoll und empathisch. Die Autorin darstellt geschickt bestimmte Erscheinungen der Geschichte von letzten siebzig Jahren: das DDR der Wende von den sechzigern zu den siebzigern, das Nachtleben von Berlin des 90ern, die Jahrtausendwende, thailändischen Luxurresorten, chinesischen Baustellen, London des 2010ern.

In dem ersten Teil des Buches werden direkte, indirekte und erlebte Rede wechselnd als Stilmittel benutzt. Erlebte Rede bedeutet: “Gedanken oder Bewusstseinsinhalte einer bestimmten Person werden im Indikativ der dritten Person und meist im sogenannten Epischen Präteritum ausgedrückt, das damit eine atemporale Funktion annimmt.” (Wikipedia)

Eine interessante stilistische Entscheidung ist, dass die Repliken in keiner sichtbaren weise vom Rest des Textes unterscheiden: keine Anführungszeichen oder Gedankenstrichen. Dieser Weise sehen die LeserInnen die Gespräche auch durch die Linsen von den Protagonisten.

Beiseite der jeweiligen Rahmenerzählung kehren die Protagonisten, besonders in dem zweiten Teil des Buches konstant in ihren Gedanken in der Vergangenheit. Vom Stil her ist das zweite Teil wie ein Memoir. Gabriel und Fleur suchen in ihren Erinnerungen die Antwort zu der Frage, wie sie zu den Menschen geworden sind, die sie in der Mitte ihres Leben sind. Diese Idee wird auch im Klappentext hervorgehoben, und auch Micks Geschichte versucht an dieselbe Frage zu antworten.

Der rote Faden des Buches ist also, wie haben besonders Mick und Galbriel zu den Personen entwickelt, die sie am Ende des Buches als 47-jährig sind. Ich finde, dass die wichtigste Botschaft des Buches ist, dass die persönliche Geschichte jeder Person darauf auswirkt, wie sie an einem Moment ist. Eine Person ist eine komplexe Einheit und ihre Identität besteht aus mehreren Bausteinen. In dieser Mischung sind solche Sachen wie die Hautfarbe oder das Vaterlosigkeit nur einzelne Bestandteile, und zum Beispiel für die Identitäten von Mick und Gabriel sind andere Sachen eigentlich viel wichtiger.

Laura B.

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