Fleur (Ilona Ahonen)

Fleur, die Frau Gabriels, hat eine große Rolle in zweiten Teil des Buches, der sich auf das Leben von Gabriel konzentriert. Der Leser erfährt von den Ereignissen im Leben von Gabriels und Fleurs wechselnd aus dem Sichtpunkt der beiden Figuren. Fleur, die als Erwachsene als Übersetzerin arbeitet, kann als eine Person mit einem vielfältigen Hintergrund beschrieben werden. Ihr Vater Richard ist Brite, Mutter Danielle Belgierin, sie ist zweisprachig und hat ihre Kindheit in Ostafrika verbracht. Als 18-Jährige erfährt sie, dass sie adoptiert wurde, was zu einer Infragestellung ihrer Identität geführt hat.

Fleur ist eine interessante Figur, die in vielerlei Hinsicht das Gegenteil der zwei Brüder ist, aber die gleichen Themen, die im Leben von Mick und Gabriel im Vordergrund stehen (Identität, Herkunft, anders sein usw.), sind auch in ihrem Leben sehr präsent. Der Vergleich der Schulfotos von Gabriel und Fleurs hebt die Gegensätze gut hervor, zeigt aber auch die Ähnlichkeit zwischen ihnen: Gabriel ist das einzige dunkelhäutige Kind und Fleur das einzige weiße Kind in der Klasse, beide sind anders als die anderen. Die Eltern, die sie nicht kennen, sind eine weitere Überschneidung in ihrem Leben. Fleur beschreibt es so: „So fremd mir Gabriel oft war, es gab sie, unsere Gemeinsamkeit. Ob es ihm passte oder nicht, wir beide schleppten Phantomeltern mit uns herum.“ (S. 294). Sie und Gabriel sehen die Sache sehr unterschiedlich. Gabriel interessiert sich nicht für seinen Vater, der ihn zurückgelassen hat, und versteht nicht wirklich, warum eine unbekannte Person einen solchen Einfluss auf Fleur haben sollte. Als ihnen die Gelegenheit geboten wird, den leiblichen Elternteil zu treffen, reagieren sie auch unterschiedlich. Fleur trifft ihre Mutter und Gabriel beschließt, seinen Vater nicht zu treffen.

Die Verbindung zu Afrika ist ein weiteres interessantes Thema in Bezug auf Fleur, Gabriel und Mick. Die Brüder waren noch nie in Afrika, für sie ist es die Umgebung, in der sie aufgewachsen ist. Aufgrund ihrer Hautfarbe kann jeder die Verbindung der beiden Halbbrüder nach Afrika erkennen, aber ihre Verbindung ist vor denen versteckt, die sie nicht kennen. 

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