Hautfarbe und Stereotypen (Laura Buchholz)

Die Brüder leben in einer Gesellschaft, wo die weiße Hautfarbe die Norm ist. Ihre dunkle Haut ist wie eine Maske – die anderen sehen oft nur die Hautfarbe und nicht die ganze Person. In der Schule einfällt den Mitschülern nicht, dass Mick aus Ost-Berlin kommt. Sie glauben, dass er ein Kind eines amerikanischen Soldaten ist, weil die Schwarzen von West-Berlin normalerweise es sind. Ebenfalls merken die Leute in London nicht, dass Gabriels Englisch einen deutlichen deutschen Akzent hat. Das passt nicht zu den Erwartungen, die die dunkle Haut erweckt. Die Brüder sind also weit von den stereotypischen Schwarzen, aber werden oft als solche betrachtet.

Und dann andersrum: die Geschichte von Gabriel fängt so an „Und plötzlich war ich weiß. Ich. Es war nicht die einzige von Tatsachen an diesem Tag, aber die absurdeste. Nicht, dass die Tabloids mich explizit als weiß bezeichnet hätten. Das war nicht nötig. Ich wurde weiß, indem sie darauf verzichteten zu schreiben, dass ich es nicht war.“ Gabriel wird als ein stereotypischer weißer Rassist in den Tabloids dargestellt, weil er ein erfolgreicher Architekt und Dozent ist, der eine schwarze Frau angegriffen hat. Rassismus wird oft auch in solchen Fällen gesehen, wo er eigentlich keine Rolle spielt.

Dem Vater war der Rückkehr nach Senegal in dieser Hinsicht eine Erleichterung: „Er war nicht der ewige Fremde. Musste seine kostbare Energie nicht in eine ermüdende Beweisführung stecken: Schaut her, ich bin ein zivilisiertes Wesen mit einem Doktortitel, ein Schwarzer der akzeptablen Sorte.“ (Idris, S. 199) In Afrika wurden auch seine anderen Eigenschaften gesehen.

Laura B.