Das Piano (The Piano, 1993) und Effi Briest: wie wird das Thema Ehebruch behandelt?

Das Piano, ein Klassikerfilm von Jane Campion, spricht unter anderem das gleiche Thema als Effi Briest: der Ehebruch und was dahin führt.

Der Film hat eigentlich ziemlich vieles gemeinsam mit Effi Briest. Es handelt sich um eine Frau (auch in den späten 19. Jahrhundert), die von ihrem Vater mit einem fremden Mann verkuppelt wird. Die Frau Ada und ihre außereheliches Kind müssen auf einem fernen, mit Dschungel bedeckten Insel in Neuzeeland ausziehen. Die Frau scheint stumm und zuerst etwas scheu aber es wird klar, dass sie (und ”ihre Seele”) sehr eigensinnig und stark ist. Die Beziehung mit dem Mann ist ähnlich wie dei Beziehung zwischen Effi und Instetten, nur noch extremer: die Frau ist das ”wild child”, Effi ein Naturkind und Ada leidenschaftlich durch ihr Klavier, während Instetten und Stewart sehr korrekt aber auch brav. In das Piano wird der Mann Ada kaum kennen, während Effi und Instetten doch einander ziemlich gut kennen, aber nicht wirklich verstehen. Beide Werke versuchen die Frage antworten: Warum klappt die Ehe nicht, wenn der Mann äusserlich gut scheint?

Obwohl das Piano ein Film und Effi Briest ein Buch ist, gibt es viele Gemeinsamkeiten in der Erzählung: Die Geschichte wird am meisten von dem Perspektiv der Protagonistin erzählt, da der Leser/Zuschauer oft die Ereignisse der Frau erfährt, in denen sie auf tritt, und ihre Gedanken werden auch manchmal ausgedrückt. Natürlich andere Perspektiven , zum Beispiel von Adas Kind und Instetten werden auch ab und zu gezeigt. Zusätzlich die Beschreibung von der Natur und besonders dem Wetter und dem Meer spielt eine Grosse Rolle in den beiden Werken. In das Piano gibt es heftige Stürme am Angfang als Ada und Stewart sich treffen, und das Wetter verändert sich schnell von Sonnenschein zum Unwetter, wenn Stewart erfährt, dass Ada in den anderen Mann (Baines) verliebt ist. (ein Beispiel von Effi Briest am oberen Post von mir)

Auch wenn die Geschichte sehr viel gemeinsam haben, sind die generelle Hinsichte zum Ehebruch ziemlich verschieden.  Fontanes Roman lässt dem Leser seine eigene Meinung bilden: Selbst Effi glaubt, dass es zurecht sei, wie sie behandelt wird – obwohl es ihr schmerzhaft und eventuell tödlich ist.  Wahrscheinlich werden viele Leser heutzutage diese Strafe sogar für unmoralisch halten, was der Fall vielleicht Angfang 20. Jahrhundert nicht wahr. Das Piano, dagegen, ist ein viel neueres Werk (obwohl es von dem gleichen Zeit berichtet), und man bemerkt es auch. Die Sexualität und auch Unsittlichkeit der Männer wird betont: Zuerst zwingt Baines Ada mit Hilfe ihres Klaviers in eine körperliche Beziehung und als Stewart das erfährt, versucht er auch körperliche Kontakt mit Ada machen, statt seine Frau zu bestrafen. Nackte Körper, Berühren und Zärtlichkeiten werden gezeigt, was den universalen Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Liebe aber auch Sex ausdrückt. Warum straft Stewart Ada nicht sofort wie Instetten? Es muss beachtet werden, dass eine wichtige Faktor in den Film fehlt – die Gesellschaft. Effis traurige Schicksal hängt ja am meisten mit der Gesellschaft zusammen. Instetten ist nicht fertig, seine Karriere wegen Effi zu gefährden.  Das Gesellschaft in Piano, dagegen, sind die Maoris im Dschungel, niemand vom Außen wurde wissen, was auf dem Insel passiert. Liebe und Zutrauen scheinen wichtiger für Stewart, nicht die Meinungen der anderen.

 

 

Quellen:

Fontane, Theodor und Carl Hanser Verlag (ed.), 1985. Theodor Fontane: Romane und Erzählungen in drei Bänden, Band 2, Effi Briest. Carl Hanser Verlag: München, Wien.

Dane Campion, 1993. The Piano. Miramax Films

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